Französische Bulldogge Entwicklung: Vom Puppy zum Senior

Wer sich für eine französische Bulldogge entscheidet, gewinnt einen Freund fürs Leben mit einem verspielten, aufmerksamen und lebendigen, aber auch scharfsinnigen und umgänglichen Charakter.

Auch als Familienhund ist die französische Hunderasse geeignet, da sie sehr anhänglich und verschmust, auch gegenüber Kindern, ist.

Seine Lebenserwartung liegt zwischen zehn und vierzehn Jahren. Bei guter Pflege hast du also lange Freude an deiner französischen Bulldogge.

Ein Bully wird geboren

Wenn die Welpen geboren sind, sind sie hilflos, blind und von der Hundemutter abhängig. Nach der anstrengenden Geburt ist erstmal großes Zitzensuchen angesagt. Die kleinen Bullys mit ihren großen Köpfen drängen sich an das Gesäuge der Mutter, um an den Zitzen zu saugen und ihre erste Milch aufzunehmen.

Die Muttermilch ist besonders wertvoll für die kleinen Racker, da sie ihr Immunssystem stärkt und sie vor Krankheiten schützt. Zudem ist die Muttermilch besonders nahrhaft. Die kleinen Hunde wachsen schnell.

Nach vierzehn Tagen öffnen sie ihre Augen und beginnen mit ihren ersten holprigen Gehversuchen. Nach ihren ersten Abenteuern wird mit der Hundemama gekuschelt und kräftig getrunken. Zwischendurch fallen sie immer wieder in einen entspannten Tiefschlaf, um sich von ihren Strapazen zu erholen.

Sie nehmen in dieser Phase auch vermehrt Kontakt zu ihren Wurfgeschwistern auf. Bald schon tollen sie gemeinsam umher. Kleine Machtkämpfe werden ausgetragen.

Nach ca. vier Wochen lässt sich bei den Bully-Welpen schon der ein oder andere Charakterzug erkennen. Auch die Fellfarbe ist jetzt ausgeprägt.

Etwa fünf Prozent ihres Körpergewichts haben die Kleinen jetzt schon zugenommen. Nach und nach versiegt die Muttermilch und die Welpen können langsam an handelsübliches oder selbstgemachtes Welpenfutter herangeführt werden.

Der Züchter kann bei der Futtergewöhnung unterstützend wirken, in dem er die Hunde per Hand füttert.

Wenn sich die Bully-Welpen von der Hundemama trennen müssen, um ihr neues Zuhause zu beziehen, sollten sie bereits selbständig fressen.

Woher bekommst du eine Französische Bulldogge?

Eine französische Bulldogge bekommst du beim Züchter. Die Züchtung dieser Rasse besteht bereits seit 1889.

Die Kosten für ein reinrassiges Tier liegen zwischen 900 und 1800 Euro inklusive Zuchtpapieren. Dafür möchte man natürlich ein gesundes und starkes Tier mit einer guten Ahnenlinie erhalten. Bei der Auswahl eines seriösen Züchters solltest du dir also Zeit nehmen und genau hinschauen.

Es ist sinnvoll, ein Tier mit einer etwas längeren Nase zu kaufen, um Atemwegsproblemen vorzubeugen. Zeigt das Tier Nebengeräusche beim Atmen, wie Pfeifen oder Röcheln, ist das ein Indiz dafür, dass die Atmung eingeschränkt ist. Auch vermehrtes Schnarchen des Hundes ist ein Anzeichen für eine Atemwegsstörung.

Bei der Auswahl einer französischen Bulldogge spielt nicht nur die Gesundheit eine gewichtige Rolle, sondern auch die Fellfarbe. Je nach individuellem Geschmack kannst du zwischen fawn, red-fawn und sable wählen. Außerdem gibt es die Tiere in cremefarben oder gestromt sowie in schwarz oder weiß. Auch die blaue Fellfarbe ist mittlerweile in, doch Tiere mit dieser Fellfarbe sind leider sehr häufig anfällig für Krankheiten.

Französische Bulldoggen sind kurzhaarig und zum Teil faltig. Die Falten erfordern einen gewissen Pflegeaufwand, dessen du dir bei Anschaffung bewusst sein solltest.

Der Bully ist mit kurzen Beinen unterwegs und braucht dreimal täglich seine Gassirunden. Diese sollten gewährleistet sein. Ob du dich für ein weibliches oder männliches Tier entscheidest, hängt von verschiedenen Faktoren ab. In der Regel sagt man, das Hündinnen sich leichter erziehen lassen.

Nachteilig bei der Hündin sind regelmäßige Regelblutungen und die Gefahr einer ungewollten Trächtigkeit. Rüden sind meist dominanter und legen sich auch gern mal mit ihren Artgenossen an. Letzten Endes spielt auch der Charakter und das Herz eine wesentliche Rolle bei der Entscheidung, welcher am besten zu dir passt.

Was ist zu beachten, wenn ein Bully einzieht?

Wenn der kleine Bully als Welpe bei dir einzieht, solltest du alles vorbereitet haben. Ein passendes Halsband oder Geschirr mit Leine muss vorhanden sein, sowie ein bequemes Körbchen für deinen kleinen neuen Freund und natürlich das erste Futter.

Ist die französische Bulldogge zwischen acht und zwölf Wochen alt, frisst sie selbständig und ist entwurmt und geimpft, kann sie bei dir, in sein neues Zuhause, einziehen. Oft haben die Welpen nach Abholung beim Züchter bereits ihre erste Autofahrt hinter sich und brauchen erstmal Ruhe nach der Ankunft.

Am Anfang leiden sie auch unter der Trennung der Mutter und ihren Wurfgeschwistern. Du kannst deinen Neuankömmling nach Ankunft erst einmal in sein neues Bettchen oder Schlafkörbchen legen, damit er sich daran und auch an dich und seine Umgebung gewöhnen kann. Am Anfang wird ihm alles noch nicht geheuer sein, doch er wird sich in ein paar Tagen an dich und sein neues Umfeld gewöhnt haben.

Lass ihm unbedingt die Zeit, die er braucht. Wenn du auf ihn zugehst, sprich ruhig mit ihm, begib dich auf Augenhöhe und streichel ihn. Füttern solltest du ihn zunächst mit dem speziellen Welpenfutter, das dir der Züchter mitgegeben hat, um ihm seine Eingewöhnung zu erleichtern.

Nach ein paar Tagen hat sich der Welpe bei sachgerechtem Umgang an alle Familienmitglieder gewöhnt und du kannst bereits die ersten Spielstunden mit ihm genießen. Zwischendurch wird der kleine Bully noch viel schlafen, um seine neuen Eindrücke zu verarbeiten.

Wie bekommst du deinen Bully stubenrein?

Am Anfang ist die Blase eines Welpen noch untrainiert und es kann sein, dass ab und an etwas danebengeht. Erst mit 14 Wochen können sie ihren Schließmuskel beherrschen. Es ist wichtig, dass du lernst die Hundesprache zu lesen.

Nach dem Spielen, Fressen, Trinken und Schlafen hat der Hund in der Regel das Bedürfnis, sich zu entleeren. Auch wenn er Angst hat, kann sich etwas lösen. Schnüffelt der Welpe am Boden und dreht sich im Kreis, ist er kurz davor, sein Geschäft zu verrichten. Dem solltest du zuvorkommen.

Kurz nach dem Fressen und Trinken schnappst du dir deinen Hund und setzt ihn draußen auf die Wiese. Erst wenn er sein Geschäft verrichtet hat, darf er wieder nach Hause. Hattet ihr Erfolg, solltest du deinen kleinen Freund unbedingt überschwenglich loben und streicheln. Das Tier muss mit der Entleerung ein positives Gefühl verbinden, um die Stubenreinheit zu lernen.

Hunde begreifen recht schnell, doch es ist wie bei kleinen Kindern, jeder hat seinen eigenen Rhythmus, wie und wann er trocken wird. Bei einigen dauert es Wochen, bei anderen Monate.

Hab Geduld und schimpf nicht mit dem kleinen Racker, wenn es mal wieder danebengeht.

Wann erfolgt bei deinem Bully der Zahnwechsel?

Wie der Mensch bekommt auch der Hund ein Milchgebiss. Das Milchgebiss, das aus 28 Zähnen besteht, bekommt der kleine Hund ab ca. der dritten Lebenswoche.

Nach dem dritten Lebensmonat fallen dem Welpen nach und nach die Milchzähne aus und er bekommt sein richtiges Gebiss, das für sein komplettes Leben besteht. Dieses Gebiss besteht dann aus 42 Zähnen.

Wie erkennst du, wann bei deinem Hund der Zahnwechsel einsetzt?

Welpen können in ihren ersten Lebensmonaten ja so einiges kaputt machen. Sei es Möbel, Schuhe, Kissen, alles was nicht niet- und nagelfest ist, kann ihrem Spieltrieb zum Opfer fallen.

Wenn sie vermehrt an Gegenständen knabbern oder darauf herumkauen, kann das auch ein Indiz für den Zahnwechsel sein. Leckt sich der Welpe vermehrt über sein Gebiss, versucht er seine Milchzähne zu lockern. Sie fallen dann einfach heraus und der neue Zahn kann nachwachsen.

Beobachte deinen Hund genau und führe gelegentlich eine Gebisskontrolle durch, um zu überprüfen, ob alle neuen Zähne nachwachsen.

Nimmt dein Hund kein Futter mehr auf, kann das ein Signal für eine Entzündung im Gebiss sein. Notfalls solltest du den Tierarzt deines Vertrauens aufsuchen.

Worauf musst du dich einstellen, wenn dein Bully in die Pubertät kommt?

Kommt dein Bully zwischen dem sechsten und zwölften Lebensmonat in die Pubertät, kann es für dich als Hundebesitzer anstrengend werden.

Dein Hund verliert zeitweise seine Impulskontrolle und seine Gefühle fahren Achterbahn. Das Hundegehirn wird umgestaltet und neu programmiert. Es gibt neuronale Veränderungen, die es deinem Hund nicht leicht machen, immer angemessen zu reagieren, so wie du es vielleicht von ihm erwartest.

Dein Hund leidet in der Pubertät auch unter Hormonschwankungen. Das lässt ihn Außenreize besonders intensiv wahrnehmen. Der Hund fühlt sich häufig überfordert und gestresst und kann auf äußere Beeinflussung mit Angst und Aggression reagieren.

Anzeichen, dass dein Hund mitten in der Pubertät steckt, sind gesteigertes Revierverhalten, ein gesteigerter Sexualtrieb und ein vermehrtes Jagdverhalten. Dein Hund beginnt, dein Zuhause verstärkt mit Bellen und Knurren zu verteidigen. Plötzlich und unerwartet macht er Jagd auf Katzen oder andere Tiere in der Nachbarschaft und auf sonst beschaulichen Spaziergängen.

Der Postbote ist plötzlich nicht mehr sicher und wird als Eindringling wahrgenommen. Dein Hund zeigt vermehrt Interesse am anderen Geschlecht. Sprunghafte Verhaltensänderungen in der Pubertät sind an der Tagesordnung.

Aber keine Angst, auch diese Phase geht vorüber. Dein Hund wird einfach nur erwachsen.

Später wirst du dich mit einem Lächeln an die ein oder andere Kuriosität mit deinem Hund erinnern.

Wann wird dein Bully geschlechtsreif und was gilt es zu beachten?

Mit der Pubertät geht auch die Geschlechtsreife beim Bully einher.

Ca. ab dem elften Lebensmonat ist deine französische Bulldogge ausgewachsen. Ein Rüde hat seine Optimalgröße von 27 bis 35 cm erreicht. Bully-Hündinnen werden dagegen nur 24 bis 32 cm groß.

Auch beim Gewicht gibt es Unterschiede bei den Geschlechtern. Rüden erreichen ein Gewicht von 9 bis 14 kg, Hündinnen dagegen nur von 8 bis 13 kg.

Mit dem Körperwachstum und der Gewichtszunahme verändern sich auch die Geschlechtsorgane. Hoden und Penis vom Rüden werden größer. Im Körper beginnt aufgrund der jetzt auftretenden Hormone die Samenbildung. Damit ist der Rüde in der Lage, für eigenen Nachwuchs zu sorgen.

Bei der Hündin entwickeln sich die Gebärmutter und die Eierstöcke. Sie bekommt ihre erste Hitze. Mit der einsetzenden Läufigkeit steigt auch ihre Empfangsbereitschaft. Sie ist nun in der Lage, bei eintretender Trächtigkeit Welpen zu gebären.

Soll dein Hund ein Einzeltier bleiben und ist kein Nachwuchs gewünscht, kann der Bully zwischen dem sechsten und achten Lebensmonat kastriert oder sterilisiert werden. Sowohl die Kastration beim Rüden, als auch die Sterilisation bei der Hündin sind mittlerweile Routineeingriffe unter Vollnarkose, von dem sich der Hund sehr schnell wieder erholt.

Ein weiterer Aspekt, seinen Hund kastrieren oder seine Hündin sterilisieren zu lassen, ist die Gefahr von Hodenkrebs oder Gebärmutterkrebs zu mindern.

Möchtest du Bully-Nachwuchs, solltest du einen geeigneten Deckrüden auswählen.

Ist die Hündin trächtig, können die kleinen Bully-Welpen nach 58 bis 63 Tagen, die Welt erblicken und ihr Abenteuer Leben beginnen.

Was solltest du über deinen Senior-Bully wissen?

Auch die französische Bulldogge kann für einen kleinen Hund ein beachtliches Alter erreichen, solange sie im Laufe ihres Lebens gesundes und nahrhaftes Futter erhält, der Umgang mit ihr artgerecht erfolgt und sie ausreichend Auslauf und Beschäftigung durch ihre Lieblingsmenschen bekommt.

Trotzdem solltest du dir als Hundebesitzer darüber bewusst sein, dass auch beim Hund im Alter die Zipperlein kommen und er dich nicht ein komplettes Leben begleiten kann, da auch er eines Tages über die Regenbogenbrücke geht.

Viele französische Bulldoggen leiden im Alter an Krebs, an einer Schildrüsenerkrankung und Brachyzephalie. Krebs äußert sich zum Beispiel über Beulen unter der Haut, die ertastbar sind.

Bei der Brachyzephalie ist der Schädel von Geburt an deformiert und führt zu verkürzten Atemwegen. Da französische Bulldoggen ihre eigene Körpertemperatur schwer regulieren können, muss man sie, gerade im Alter, vor starker sommerlicher Hitze schützen.

An den Hautfalten am Kopf des Hundes können schnell Infektionen auftreten, wenn diese nicht sachgerecht gereinigt werden. Die französische Bulldogge ist ein Rassehund und damit allgemein anfälliger für Erkrankungen als zum Beispiel ein Mischlingshund.

Wenn du aber auf die Gesundheit und Pflege deines vierbeinigen Freundes achtest und ihn immer liebevoll, aber mit der nötigen Konsequenz erziehst, wird er dir auch im Alter ein treuer Begleiter sein.

Ältere Hunde können ab einem bestimmten Alter eine Inkontinenz entwickeln.

Häufig leiden sie auch unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gelegentlich treten Nierenbeschwerden auf.

Auch eine Hüftgelenksdysplasie (HD) ist bei den französischen Bulldoggen als Krankheitsbild nicht ausgeschlossen.

Fazit

Die Rasse französische Bulldogge eignet sich besonders für Familien und Menschen, die viel Zeit haben, sich mit ihrem Hund zu beschäftigen.

Für Sportler und übermäßig aktive Menschen sind die französischen Bulldoggen eher nicht geeignet. Sie kommen aufgrund ihrer kurzen Beine und aufgrund ihrer rassetypischen kurzen Nase bei langen Spaziergängen, beim Joggen oder Radfahren schnell aus der Puste. Trotzdem freuen sie sich über ausreichend Bewegung bei einem Spaziergang.

Ihre anhängliche und verschmuste Art macht den Bully zu einem tollen Freund fürs Leben für die gesamte Familie.